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Frühling

Text und Foto von Dotti am 06. März 2026

Seit ich nicht mehr in der Stadt lebe, nehme ich die Jahreszeitenwechsel viel bewusster wahr. Herbst und Winter fand ich unfreundlich und regnerisch, auch daran musste ich mich nach dem Umzug gewöhnen. Die ersten Schneeglöckchen und Märzenbecher wurden von mir deshalb auch besonders ausgiebig begrüßt. Das sind Blumen, die gepflanzt werden und nach dem Abblühen verschwinden, um dann wieder treu jeden Frühling aufzutauchen. Unser Gärtner, der für die Pflanzen unseres Werkes, in dem ich arbeite, verantwortlich ist, sitzt nicht sorgenvoll im Januar vor den Beeten und macht sich Gedanken, ob es Knospen geben wird oder nicht. Er weiß, dass sie kommen werden, je nach Witterung früher oder später.

Das erinnert mich an Zeiten in meinem Leben, wo ich Dinge, die ich erwartet habe, noch nicht sehen konnte. Es gab Krankheiten, bei denen ich nicht sicher war, wann und ob sie überhaupt weggehen würden. Ich hing manchmal, was meine Zukunft anbelangte, förmlich „in der Luft“. Ich fragte mich nicht selten, ob etwas gut für mich ausgehen oder ob ich finanziell auch im kommenden Monat über die Runden kommen würde. Und es kommt immer noch vor ,aber je älter ich werde, desto weniger werden diese Zeiten, weil mich die Erfahrung gelehrt hat, das vieles, was ich noch nicht sehen konnte, vorbereitet war. Ich konnte mich immer auf Gottes Beistand verlassen, der mich fragte „Vertraust du mir?“. Vertrauen kann man nur, wenn man den Ausgang nicht kennt. Daran übe ich mich und werde immer besser und besser.