Wenn sie fehlt

Wenn sie fehlt

Ein Gedicht und Foto von Danny am 02. Dezember 2022

Vor kurzem durften meine Schüler Gedichte schreiben, inspiriert von 1Korinther 13. Ich selbst schrieb auch eins und stellte erneut fest, wie wichtig es ist, das eines nicht fehlt.

Wenn sie fehlt

Wie das Wetter, wenn ihm Wärme fehlt

Wie die Nacht, die kein Licht erhellt

Wie der Kummer, wenn kein Lachen erklingt

Wie die Stille, weil niemand singt

Wie die Leere, die niemand füllt

Wie das Kunstwerk, das niemand enthüllt

Wie Verzweiflung, weil Hoffnung flieht

Wie die Einsamkeit, weil niemand dich sieht

So ist das Leben ohne Liebe

Sie ist das Handeln ohne Herz

So sind die allergrößten Siege

Nur durch die Liebe noch von Wert

„Wenn ich […] mit Engelszungen reden könnte, aber keine Liebe hätte, wäre mein Reden nur sinnloser Lärm wie ein dröhnender Gong […]. Wenn ich […] alle Geheimnisse der Welt wüsste […] und wenn ich einen Glauben hätte, der Berge versetzen könnte, aber keine Liebe hätte, so wäre ich nichts. Wenn ich alles, was ich besitze, den Armen [geben] würde, […] aber keine Liebe hätte, wäre alles wertlos.“ 1.Korinther 13,1-3

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Du machst alles neu

Du machst alles neu

Text und Bild von Birthe am 25. November 2022

Es gibt eine Sache, die ich an meinem Vater immer bewundert habe. Seit wir tiefere Gespräche führen, konnte ich wahrnehmen, wie sich immer wieder sein Denken verändert hat.

Mein Papa hat keine Angst, Dinge zu hinterfragen und kontroverse Thesen aufzustellen, um sie im Anschluss entweder zu festigen oder wieder über Bord zu schmeißen.

Ich glaube, ich habe ein Stück dieser Gabe von ihm geerbt und dafür bin ich dankbar.

Warum? Weil Gott diese Gabe schon so vielfältig genutzt hat, um mich immer wieder neu zu machen.

Auch jetzt befinde ich mich in einem Erneuerungsprozess. Seit wir wissen, dass unser Sohn eine Behinderung hat, schärft Gott meine Wahrnehmung in diesem Bereich. Ich sehe Barrieren, die ich vorher nicht erkannt habe. Ich nehme den Blick der Gesellschaft auf Menschen mit Behinderungen neu wahr und hinterfrage das gesellschaftliche und „christliche“ Bild von „normal“ „perfekt“ und „gesund“. Ich sehe fehlende Repräsentation, anhaltende Diskriminierung und ein verdrehtes, lückenhaftes Bild wertvoller Geschöpfe Gottes.

Und in all diesem Denken und Fragen, ist mein Schöpfer mir ganz nah. Er begleitet mich, lenkt mich, antwortet und ruft mich. So habe ich angefangen immer öfter Kinder mit Behinderungen zu illustrieren, damit sie gesehen werden. Und ich habe angefangen aufzuklären und sichtbar zu machen, welchen Herausforderungen wir als Familie gegenüberstehen und darüber, wie Menschen mit Behinderungen wahrgenommen werden und was man ändern kann.

Ich bin noch lange nicht am Ende dieses Veränderungsprozesses. Aber ich sehe die ersten Früchte meines Handelns und weiß, dass ich über diese Reise hinweg einen Gott kennenlernen werde, der noch größer ist, als ich bisher dachte.

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Hineingeschaut

Hineingeschaut

Text und Bild von Ute am 18. November 2022

Als ich ihre unangenehme Stimme hörte, kamen gleich negative Gefühle und ablehnende Gedanken, obwohl ich die Frau nicht einmal persönlich gesprochen hatte. Au weia, ich erkannte mich selber in diesem Augenblick; meine Haltung war negativ – nicht die Frau. Ich stand mir selbst im Weg mit meinen negativen Gedanken.
Aber ich will mich verändern und mich nicht von diesen Gefühlen beherrschen lassen.
Darum betete ich und bat Gott um Vergebung und um Hilfe für mich, den ersten Schritt auf die Frau zu zu gehen.
Dann begegneten wir uns im Flur und ich sprach sie an, ganz bewusst und unvoreingenommen. Es entstand ein interessantes Gespräch über das ich mich hinterher richtig gefreut habe – Hören ist das eine und danach handeln ist das andere.

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Kentern oder Segeln lernen

Kentern oder Segeln lernen

Text und Bild von Miriam am 11. November 2022

Unerwartet fordert das Leben einen manchmal heraus, gewohnte Haltetaue zu kappen, den vertrauten Hafen zu verlassen und mit dem Lebensboot in die Weiten zu neuen ungewissen Ufern aufzubrechen. Unterwegs findet man sich nicht selten in unruhigem Fahrwasser und inmitten bedrohlicher Wellen wieder. Welch Privileg ist es doch, dass ich allezeit Blickkontakt mit dem halten kann, dem Wind und Wellen gehorchen und der weiß, wie man sich über Wasser hält, ja sogar wie man auf diesem laufen kann. So darf ich alle Ängste über Bord werfen, denn mit meinem Gott kann ich in allen Herausforderungen mutig segeln lernen und brauche mich selbst vor dem Kentern nicht zu fürchten. Ganz gleich, ob mein Lebensboot heftigen Stürmen ausgesetzt ist: Ich weiß, mein Gott, der alle Macht im Himmel und auf Erden hat, wird immer mit mir sein und mich nie aus den Augen verlieren, selbst wenn ich mal in den Tiefen versinke!

„Musst du durchs Wasser gehen, so bin ich bei dir; auch in reißenden Strömen wirst du nicht ertrinken.“ Jesaja 43,2

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