Christlicher Blog von Künstlern

Künstlerisch. Über Gott im Alltag.

Was dich hier erwartet:
Ein buntes Team an Kreativen berichtet wöchentlich, wie sie Gott im Auf und Ab des Alltags erleben. Du bist eingeladen, mit auf diese Reise zu gehen.

Und wenn ich vom Weg abkomme

Text und Illustration von Jacky am 14. Juni 2024

Und wenn ich vom Weg abkomme, Jesus, sei der Kompass, der mich führt.
Das Lied von Hillsong beschäftigt und begleitet mich seit einiger Zeit immer wieder.
Ich bin durch Depression und Therapie gegangen, um danach herauszukommen als – wer überhaupt?
Auf diese Frage war ich nicht eingestellt. Wenn man erlernte Muster aus der Kindheit zurücklässt, die Erwartungen und Wünsche anderer abstreift, wer ist man denn dann überhaupt unter all dem?
Ein work in progress?
Geliebt.
Ich durfte erfahren, dass ich mir wünschen darf, wohin ich gehe, Jesus geht mit mir mit.
Sei Mein Kapitän, HERR. Amen.
 

“Like the stars
Your Word
Will align my voyage
And remind me where I’ve been
And where I am going”

Wie ein Kind

Text und Illustration von Dotti am 07. Juni 2024

„Hallo, ich sehe Sie fast jeden Morgen hier!“ Überrascht schaute ich nach unten. Ein kleines Mädchen war es, die mich kurz vorm Ausstieg im Zug ansprach. Direkt neben der Haltestelle, nicht weit von meiner Arbeit entfernt, befindet sich eine Grundschule und morgens stürmt dann öfters eine Horde Kinder durch die Abteile.
„Ich sehe dich auch fast immer,“ antwortete ich „ich arbeite hier ganz in der Nähe. Du gehst bestimmt auf die Schule hier?“. Ein paar Meter liefen wir plaudernd nebeneinander her. An der Kreuzung verabschiedeten wir uns, wünschten uns gegenseitig einen erfolgreichen Tag und ich blickte ihr noch eine Weile hinterher.
Dieses kleine Mädchen hat mich in den wenigen Minuten daran erinnert, wie sich mein himmlischer Vater die Beziehung zu mir, zu uns wünscht. Wie oft mache ich mir einen Kopf, wann und wie ich zu Gott kommen kann, ob ich ihn vielleicht langweile oder womöglich mit „falschen“ Worten oder Gedanken „auf den Geist gehe.“ Jesus sagte zu seinen Jüngern in Matthäus 19,14: „Lasst die Kinder ungehindert zu mir kommen, auch sie sind für das Himmelreich bestimmt.“
So unverblümt, neugierig und offen wie dieses kleine Mädchen neulich möchte ich auch zu meinem Vater kommen. Nicht nachdenken, einfach machen und „da“ sein. Und ich glaube, dass Gott sich genau darüber freut.

Zu jedem Tal gehört ein Berg

Ein Gedicht von Danny am 31. Mai 2024

Zu jedem Tal gehört ein Berg
Jedes Meer grenzt an ein Land
Auch ein Umweg führt zum Ziel
Jede Tür braucht eine Wand

Auf jede Nacht folgt stets der Tag
Auf den Winter folgt der Sommer
Nach jedem Regen scheint die Sonne
Nicht jeder Sturm endet mit Donner

Manche Tage scheinen lang
Manche Lasten drücken schwer
Manche Wege wollen nicht enden
Und man sieht das Ziel nicht mehr

Doch irgendwann schaust du zurück
Und wirst voll Freude sehen
Gott hat dich wieder mal getragen
Und du kannst weiter gehen

Ich weiß, dass der HERR immer bei mir ist. Ich will nicht mutlos werden, denn er ist an meiner Seite. Psalm 16,8

Hängepartie

Text und Foto von Stephanie am 10. Mai 2024

Sie hängt. Zwischen Himmel und Erde. Mutig, denke ich. Wird der Grashalm unter ihr sie aushalten – oder wird sie eine Etage tiefer plumpsen?

Manchmal hänge ich auch. Stecke mitten im Risiko zwischen Loslassen und neuem Grund unter den Füßen. Weiß nicht, wie es weitergeht. Hoffe und befürchte. Ohne Kontrolle.

Ich habe gern festen Boden unter den Füßen, will sehen, wohin ich trete. Sieht die Schnecke es? Schätzt sie ihre Situation richtig ein? Oder wird sie fallen?

In Matthäus 10 sagt Jesus: „Verkauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Haupt alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid kostbarer als viele Sperlinge.“ (Vers 29–31)

Kein Spatz, kein Haar, keine Schnecke – kein Mensch – fällt zur Erde, ohne dass Gott es bemerkt.

Gott weiß, wo ich gerade hänge. Er weiß, worum ich mich sorge, wo ich mich mühsam vortaste, wo ich suche, wo ich hoffe und wo ich zittere.

Gerade denke ich: Ja, er weiß es – und er hat unter mir das Netz seiner Liebe ausgespannt. Vielleicht falle ich. Das kann sein! Doch ich falle nicht ins Bodenlose. Ich falle in das Netz seiner Liebe.

Danke, Gott.

© Bunte Auen e.V.