Christlicher Blog von Künstlern

Künstlerisch. Über Gott im Alltag.

Was dich hier erwartet:
Ein buntes Team an Kreativen berichtet wöchentlich, wie sie Gott im Auf und Ab des Alltags erleben. Du bist eingeladen, mit auf diese Reise zu gehen.

Gott, du siehst mich

Text und Bild von Dotti am 27. Januar 2023

Die Magd Hagar, geschwängert von ihrem Chef, irrt durstig und verzweifelt auf der Flucht vor dessen Ehefrau durch die Wüste. Ein Engel erscheint, versorgt sie mit Essen und Wasser und verheißt ihr eine große Nachkommenschaft. Bewegt von diesem übernatürlichen Erlebnis ruft sie aus: „El Roi – ich habe den gesehen, der mich sieht“. „El Roi“ (אֵל רֳאִי ’el rå’î) kommt aus dem Hebräischen und heißt so viel wie „Gott, der mich sieht.“

Man kann diese biblische Geschichte aus dem 1. Buch Mose 16 glauben oder nicht, aber mich berührt das Schicksal von Hagar sehr. Auch ich gerate in meinem Leben manchmal an Punkte, wo ich denke, dass ich vor einer Wand stehe, eine Situation nicht lösbar ist oder eine Versorgungsquelle wegfällt. Krankheit, finanzielle Unsicherheit oder Konflikte können sehr belastend und herausfordernd sein. In diesen Momenten erlebe ich meinen Gott dann als Versorger. Nicht immer löst sich alles sofort, aber ich habe noch nie erlebt, dass ich von Gott in meiner persönlichen Wüste stehen gelassen wurde. Ich weiß, dass er mich im Fokus hat und mich nicht übersieht.

Lettering von @creadirndl

Last

Text und Foto von Danny am 20. Januar 2023

Stress und Mühe, viel zu tun,
zu groß der Druck, um auszuruhen
Ich weiß, ein jeder muss viel tragen
und dennoch fühle ich mich vermehrt beladen
Ich weiß, bisher ging‘s immer gut
und dennoch fehlt mir jetzt der Mut
Was mache ich, wenn mein Glück sich wendet
und meine Gnadenfrisst ab heute endet?
Hab nicht bloß Angst vor dem Versagen,
mich kümmert es, was andere sagen!
Egal, wie gut es anderen gefällt,
mein größter Kritiker, das bin ich selbst
Oh Herr, so nimm von mir der falschen Zweifel Last
und gib dafür der müden Seel’, wofür du sie geschaffen hast.

Jesus sagt: „Kommt her zu mir, ihr Mühseligen und Beladen, ich will euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir.“ (Matthäus 11,28-29)

Wer ist Gott

Text und Zeichnung von Birthe am 13. Januar 2023

Wer ist eigentlich dieser Gott und wie kann ich mir ihn vorstellen?

Die ersten Abbildungen Gottes lassen uns glauben, dass Gott ein alter rausche bärtiger Mann mit langem weißem Haar und heller Hautfarbe ist.

Ich bezweifle aber stark, dass bei meiner Ankunft im Himmel eine solche Gestalt vor mir stehen wird, um sich mir als mein himmlischer VATER vorzustellen.

Aber wer ist Gott dann? Ist er überhaupt männlich? Ist er eine Frau? Ist er weiß oder schwarz, alt oder jung? Ist er überhaupt ein Mensch?

Diese Frage kann ich dir nicht beantworten, denn genau wie du, habe ich Gott nie persönlich in seiner vollen Herrlichkeit gesehen.

Enttäuscht? Ich kann verstehen, warum es schwierig ist zu jemandem eine Beziehung aufzubauen, von dem man sich kein Bild machen kann. Ich will denjenigen doch sehen, anfassen, hören und riechen können, ja vielleicht sogar schmecken.

Und jetzt kommt der Witz! DAS kannst du.

Schau dich um, und du wirst Milliarden seiner Ebenbilder erkennen. In jedem spiegelt sich ein Teil von Gott selbst.

Hör hin, und du wirst Gottes Sprache im Gesang der Wale und Vögel, in den Worten und dem Weinen und Lachen deiner Mitmenschen.

Schließ die Augen und du wirst spüren wie Gott dich berührt, wenn dich jemand umarmt oder küsst, dir die Tränen abwischt oder der Wind dir um die Nase pustet.

Atme tief ein und du riechst Gottes Duft in den matschigen Pfützen vom letzten Regen und dem Duft nach Essen aus den einzelnen Fenstern der Häuser.

Und wenn du jemanden küsst, oder in deine Lieblingsschokolade beißt, schmeckst du dann nicht SEINE Liebe?

Würdest du dir ein Bild von Gott machen, wäre dein Gott ein kleines Stück Papier. Ich aber liebe einen Gott, der mir jeden Tag neu begegnet und mir mehr von sich zeigt; Einen unendlichen Gott.  

“Bleib”

Text und Video von Ute am 06. Januar 2022

Draußen tobt ein Sturm. Ich laufe hinauf und laufe hinunter, verschließe, schaue, ordne und verstaue. Wichtiges packe ich ein. Plane und sage, was gemacht werden soll. Es gibt noch mehr zu tun.
Da hälst du mich bei den Armen fest und ich verstehe deine Geste: »Bleib!«
Sturm ist in meinen Ohren, Sturm ist in meinen Augen. Ich will nicht weghören, ich will nicht weggehen, ich bleibe stehen und will bleiben, bei dir. Hören und stille sein und meine Gedanken zu dir zurückholen. In dieser stillen Zeit rüstest du mich für all das aus, was der Tag bringen wird.

© Bunte Auen e.V.