
Künstlerisch. Über Gott im Alltag.
Was dich hier erwartet:
Ein buntes Team an Kreativen berichtet wöchentlich, wie sie Gott im Auf und Ab des Alltags erleben. Du bist eingeladen, mit auf diese Reise zu gehen.
Was mich ein Hibiskus zum Thema „Geduld“ lehrte
Text und Foto von Dotti am 18. September 2026

Seit über 8 Jahren lebt bei mir ein Hibiskus, den ich mir als Ableger von meiner Mutter geholt habe. Ihrer hängt jedes Jahr voller Blüten und so habe ich hoffnungsvoll das kleine Pflänzchen ins Wasser gestellt und später eingetopft. Der Hibiskus setzte seine winzigen Wurzeln an, wuchs, wurde größer und größer und wird jedes Jahr umgetopft. Als Grünpflanze funktioniert er also, einziges Problem: es gibt keine Blüten. In all den Jahren, in denen ich diese Pflanze schon versorge, hat sie erst zweimal eine Blüte getragen.
Trotzdem werfe ich sie nicht weg. Sie wird gehegt, gepflegt, gegossen, beschnitten, umgetopft und bei jedem Umzug mitgenommen (inzwischen hat sie sogar einen Namen).
Sie funktioniert also nicht so, wie ich es gern hätte, aber dennoch behalte ich sie, weil ich weiß, dass irgendwann der Tag kommt, wo meine Geduld belohnt werden wird. Wie auch diesen Sommer, wo sie mich mit einer großen Blüte überraschte. Ich habe mich so sehr über diese eine Blüte gefreut, dass ich allen davon erzählt habe!
Das erinnert mich an einen Vers aus der Bibel: „Der Herr ist barmherzig und mit Liebe erfüllt, voller Gnade und großer Geduld. (Psalm 103,8)“.
Gott geht mit mir so um, wie ich mit meinem Hibiskus. Ich bin nicht perfekt, ich erreiche vielleicht nicht immer das angestrebte Ziel, manches mal scheine ich bockig oder nicht zu gebrauchen zu sein. Aber Gott geht trotzdem mit mir meinen Weg zusammen in meinem Tempo und kümmert sich um mich. Und ich bin sicher, seine Freude ist groß, wenn ich dann doch das eine oder andere Ziel erreiche und nicht aufgebe.
Teamarbeit
Foto, Text und Vortrag von Danny am 11. September 2026
Als Lehrer soll ich Schülern unter anderem Teamarbeit beibringen, was allein deswegen schon ironisch ist, weil Lehrer in den meisten Fällen Einzelkämpfer sind. Abgesehen davon sind all die üblichen Motivationsreden zur Teamarbeit bei Schülern doch nur Worthülsen.
„Gemeinsam sind wir stark.“
Das erleben die meisten Schüler anders. Da wird T.E.A.M. schnell zu einem Akronym und heißt nur „Toll, ein anderer machts!“ Teamarbeit ist meist nur Theorie.
Was verbindet Menschen wirklich? Was hält über den Wunsch nach guten Noten hinaus?
In Gottes Team stimmt der Satz. Da gilt wirklich „Toll, ein anderer machts!“ „Durch ihn wird der ganze Leib zu einer Einheit. Und jeder Teil erfüllt seine besondere Aufgabe und trägt zum Wachstum der anderen bei […].“ Epheser 4,16. Wer zu dieser Einheit gehört, ist keine leere Hülse. In ihm lebt der eine Gott. So wird man ein Team. Durch den einen, der uns Kraft und ein gemeinsames Ziel gibt. „Auf diese Weise sollen wir alle im Glauben eins werden […].“ Epheser 4,13.
Schritt für Schritt
Text und Bild von Ute am 28. August 2026

So lange sind mein Mann und ich miteinander verheiratet. Man könnte sagen, wir kennen uns gut, doch es gibt auch immer wieder Anlässe, uns zu streiten, wenn wir es drauf anlegen. Mit den Jahren erkennen wir, dass Gott uns dazu etwas sagen will: Wenn wir beide bereit sind, von der »Recht-haben wollen« Haltung zurückzutreten, können wir Gottes Reden erkennen. Er zeigt uns dann die Wurzel dieser konkreten Streitsituation – beiden von uns – ganz persönlich.
Wir können mit einer neuen Offenheit miteinander reden und es entsteht ein Verständnis für den anderen, wo vorher nur Abwehr war.
Ich muss nicht bleiben, wie ich bin, und mein Mann auch nicht, weil wir uns durch Gottes Liebe verändern lassen dürfen – Schritt für Schritt und immer wieder neu wenn’s mal wieder irgendwo hakt!
Ein Tag mit meinem Bruder
Text und Foto von Eunicia am 21. August 2026

Seit zwei Wochen bin ich wieder in meiner Heimatstadt Bielefeld. Ich habe mich sehr darauf gefreut, meine Familie und meine Freunde wiederzusehen.
Letztes Wochenende war ich mit meinem kleinen Bruder bei einem Fußballspiel in Dortmund. Es war das erste Mal seit langer Zeit, dass wir wieder etwas zusammen unternommen haben. Ich war voller Aufregung und Freude, nicht nur wegen des Spiels, sondern auch, weil ich wusste, wie viel es meinem Bruder bedeutet. Meine Familie ist fußballbegeistert, und ihn an diesem Tag so voller Freude und Euphorie zu erleben, war für mich etwas Besonderes.
Nach dem Spiel gingen wir noch zusammen Ramen essen, mein derzeitiges Lieblingsessen. Wir saßen da, haben gegessen und uns einfach unterhalten. Irgendwie fühlte es sich an, als würden wir den ganzen Tag noch einmal gemeinsam durchgehen. Wir verloren uns ein wenig in unseren Gesprächen und in dem Echo dieses besonderen Tages.
Ich bin so dankbar für meine Brüder und für die Zeit, die ich immer wieder mit ihnen erleben darf. Es sind oft die einfachen Momente, die mir besonders im Herzen bleiben.
Auch an diesem Tag war ich Gott dankbar. Dankbar, dass ich diesen Tag erleben durfte, für meinen Bruder, für unsere gemeinsame Zeit und für diese schönen Momente, die ich mit ihm teilen durfte.