
Künstlerisch. Über Gott im Alltag.
Was dich hier erwartet:
Ein buntes Team an Kreativen berichtet wöchentlich, wie sie Gott im Auf und Ab des Alltags erleben. Du bist eingeladen, mit auf diese Reise zu gehen.
Freue dich Welt
Text und Illustration von Dotti am 06. November 2026

In der ersten Oktoberwoche saßen wir als Projektchor zusammen und fingen an, für das große Weihnachtskonzert zu üben, was am zweiten Advent stattfinden wird. Eine Bassstimme hinter mir seufzte beim Ansingen von „Gloria in excelsis deo“: „Weihnachtslieder, da bin ich ja noch gar nicht!“. Inzwischen ist es November und so geht es mir auch, wenn ich im Supermarkt neben dem Lebkuchen stehe oder der Nachbar die erste Girlande ins Fenster hängt. „Da bin ich ja noch gar nicht!“. Eben war doch erst Februar und nun sind es nur noch zwei Monate bis zum Jahreswechsel.
Wie kommt man in „Weihnachtsstimmung“, wann ist es denn „soweit“, dass man die besinnliche Zeit genießen kann? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Seit ich denken kann ist die Weihnachtszeit die stressigste Zeit für mich im Jahr und hat für mich nicht viel mit Genuss zu tun.
Umso wichtiger ist mir, dieses Fest nicht aus den Augen zu verlieren. „Freude dich Welt, dein König naht!“ ist nicht nur so daher gesungen, sondern es geht wirklich um die Vorfreude und das Warten auf dieses Fest. Jesus, damals noch ein Kind, geht jetzt mit uns in diese Zeit. Das möchte ich mir beibehalten, die kindliche Freude, ohne Zynismus, dass mir das bewahre, um das es Weihnachten geht: „Mach deine Toren weit!“, um dieses Fest willkommen zu heißen.
Von der Unmöglichkeit und Gottes Plan
Text und Foto von Melanie am 23. Oktober 2026

Letzten Sonntag haben wir im Gottesdienst ein Lied gesungen, welches mich wohl so sehr wie kein anderes in den letzten zwei Jahren geprägt hat.
Es geht in dem Lied darum, dass bei Gott nichts unmöglich ist. Gott hat immer einen Weg.
Januar 2025, ich hatte im Dezember erfahren, dass wir Nachwuchs erwarten. Völlig ungeplant (für uns), ein absolutes Wunder (für uns) und mit vielen Gefühlen und Gedanken verbunden.
Wir wussten jetzt, dass die Diagnose „Sie werden nie ein Kind bekommen können“ von den Ärzten vor vielen Jahren für Gott KEIN Hindernis war.
Weiter geht es in dem Lied darum, dass Gott niemals zu spät kommt.
Es war Gottes perfekter Zeitplan. Genau JETZT fehlte bei uns noch jemand.
Aber. „Aber“ kann ich gut. Viele Zweifel und die letzten Jahre haben ihre Spuren hinterlassen. Bei jedem Arztbesuch habe ich negative Nachrichten erwartet. Einfach weil ich Gott so ein Wunder nicht zugetraut habe.
Bis ich dieses Lied entdeckt habe. Und begreifen durfte, dass ein menschliches „Unmöglich“ bei Gott nur ein „Lass dich überraschen, ich habe Großes für dich“ war.
Ich durfte jeden Tag, jede Woche, jeden Monat mehr erkennen, wie Gott mir zusprach: „Vertraust du mir JETZT, dass ich auf dieses kleine Wesen aufpassen kann? Ich habe es geschaffen, ich liebe es unendlich, ich sorge dafür dass es euch gut geht“
Und Gott tat. Er hielt sein Versprechen. So wie er es immer tut. Weil wir ihm unglaublich wichtig sind.
Gott regiert und ist der Herr in unserem Leben. Davon spricht das Lied ebenfalls. In jeder Ausweglosigkeit hat ER einen Weg.
Manchmal brauchen wir solche Wunder, damit Gott uns zeigen kann, was wir ihm zutrauen dürfen. Wozu er fähig ist. Dass wir Großes von ihm erbitten dürfen.
Er kann.
Glücksmoment
Text und Illustration von Ute am 16. Oktober 2026

Einen besonderen Glücksmoment durfte ich am Wochenende beim Vorlesen von »Lui und die Spur im Wind« erleben. Während ich meinen beiden Zwillingsenkeln das eigene Bilderbuch vorlas, verspürte ich einen einzigartigen Glücksmoment;
kam doch zum einen die eigene künstlerische Arbeit als Autorin und Illustratorin in dem Bilderbuch darin zum Tragen und zum anderen die Gnade zu erleben, es sogar den eigenen Enkelkindern vorlesen zu können – ein Moment Vollkommenheit.
Diesen Moment sollte jemand festhalten, dachte ich bei mir.
Später schickte meine Schwiegertochter mir ein wunderbareres Foto von genau diesem Augenblick. Gott hatte ihr offenes Herz und Augen genutzt, diesen Moment festzuhalten. Ich danke Gott und meiner Schwiegertochter für dieses wundervolle Geschenk zur Erinnerung.
Danke! Danke!
So sollen wir es wagen
Text und Foto von Eunicia am 09. Oktober 2026

Am Montag hatte ich einen Hausarzttermin.
Als ich ins Wartezimmer geschickt wurde, erregten ein christliches Andachtsbuch und eine Bibel meine Aufmerksamkeit. Freudig griff ich danach und fragte mich, warum ich die beiden bei meinen vorherigen Arztbesuchen nie wahrgenommen hatte.
In der morgendlichen Eile, rechtzeitig zu meinem Arzttermin zu kommen, hatte ich mir keine Zeit für meine stille Zeit mit Gott nehmen können. Umso dankbarer war ich, dass ich nun während der langen Wartezeit sein Wort lesen durfte.
Ich schlug die Verse für diesen Tag auf. Sie ermutigten mich und sprachen direkt in meine Situation hinein, in meine Gedanken und in die Fragen, die mich in letzter Zeit begleiten und die ich Gott immer wieder entgegenbringe. Fragen, auf die ich bisher noch keine Antwort gefunden habe.
Und dann blieb mein Blick an einem Satz hängen:
„So sollen wir es wagen, an sein Herz anzuschlagen, getrost und freudig beten, nicht von der Stelle treten.“
– Ernst Gottlieb Woltersdorf
Diese Worte ermutigten mich, im Gebet nicht aufzugeben. Mit all meinen Fragen und Sorgen immer wieder zu Gott zu kommen, auch wenn ich noch keine Antwort sehe.
Manchmal wünschte ich mir, dass Gott mir sofort zeigen würde, wie es weitergehen soll. Doch Glauben bedeutet auch, weiter zu beten und darauf zu vertrauen, dass Gott hört, selbst wenn man noch nicht versteht, was er tut.
„So sollen wir es wagen.“
Ich möchte diese Worte mitnehmen: Ich darf mit allem zu Gott kommen und darauf vertrauen, dass er mich hört. Auch dann, wenn noch nicht alle Fragen beantwortet sind.
Vielleicht muss man nicht immer wissen, wohin der Weg führt. Vielleicht reicht es manchmal, den nächsten Schritt mit Gott zu wagen.