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Prone to wander, Lord I feel it

Prone to wander, Lord I feel it

Text und Video von Jacky am 23. Januar 2026

„Prone to wander, Lord I feel it
Prone to leave the God I love
Here’s my heart, oh take and seal it
Seal it for Thy courts above

Here’s my heart Oh take and seal it
Seal it for Thy courts above“
– Come Thou Fount of Every Blessing

Heiligkeit beginnt für mich nicht dort, wo ich meine Neigung zum Weglaufen leugne, sondern dort, wo ich sie Gott hinhalte. Prone to wander – diese Zeile trifft mich, weil sie etwas beschreibt, das ich täglich kenne. Nicht als bewusste Abkehr, sondern als stilles Vergessen im Alltag. Termine, Gedanken, Arbeit – und plötzlich merke ich: Mein Herz ist wieder woanders gewesen.
Gestern wurde mir das auf eine unerwartete Weise bewusst. Ein Mann war bei mir im Atelier, den ich vorher nicht kannte. Er erzählte mir, dass er über Instagram auf mich aufmerksam geworden ist – und dass der Weg dorthin über meinen Pastor führte. Eine dieser kleinen Begegnungen, die man leicht übersehen könnte. Und doch hat sie mich innehalten lassen. Nicht, weil sie spektakulär war, sondern weil sie mich daran erinnert hat, wie leise und verlässlich Gott oft wirkt. Wie sehr er Fäden zieht, während ich gedanklich ganz woanders bin.
Auch wenn ich täglich wandere, mich verliere, Gott im Trubel des Alltags vergesse, zeigt er mir immer wieder: Ich bin nicht führungslos. Ich bin geleitet. Nicht, weil ich so aufmerksam wäre, sondern weil er treu ist. Dieses Lied erinnert mich genau daran. Here’s my heart – kein fest verankertes, kein immer waches Herz, sondern eines, das immer wieder zurückfindet. Und dafür bin ich dankbar.
Vielleicht liebe ich dieses Lied gerade deshalb so sehr, weil es nichts beschönigt. Prone to wander, Lord, I feel it – ja, ich fühle es. Immer wieder. Und doch bleibt es nicht bei dieser Erkenntnis stehen. Es endet nicht beim Weglaufen, sondern bei der Hingabe: Here’s my heart. Nicht mein Durchhaltevermögen, nicht meine geistliche Konsequenz, sondern mein Herz.
Wenn ich an die Begegnung im Atelier denke, wird mir genau das neu bewusst. Während ich innerlich oft abgelenkt bin, während mein Herz wandert, wirkt Gott weiter. Still, verbindend, leitend. Take and seal it – vielleicht ist das mein eigentliches Gebet. Nicht, dass ich weniger wandere, sondern dass Gott mein Herz bewahrt, selbst wenn ich es nicht schaffe.
Und so wird dieses Lied für mich zu einer Erinnerung: Ich bin unterwegs, ja. Aber ich bin nicht verloren. Ich bin gehalten. Und eines Tages wird das Wandern enden – for Thy courts above. Bis dahin darf ich immer wieder sagen: Hier ist mein Herz. Nimm es. Versiegle es. Und führe mich nach Hause.

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Zur Jahreslosung 2026

Zur Jahreslosung 2026

Text und Illustration von Dotti am 16. Januar 2026

„Siehe, ich mache alles neu“, verspricht die diesjährige Jahreslosung, letzte Woche hatten wir dazu schon ein sehr schönes Gedicht von Danny an dieser Stelle. An sich geht es in diesem Vers aus Offenbarung 21, dem letzten Buch der Bibel,um das Leben nach dem Tod. Die Schmerzen und Krankheiten, das Leid und die Tränen sind für immer vorbei, denn Gott schenkt etwas Neues, Unvergängliches, was für immer bleibt. Ich persönlich glaube an die Worte des Johannes und bin gespannt auf das Leben nach diesem, aber ich nehme dennoch die Verheißung mit in meinen Alltag. Gerade in den letzten 3 Jahren habe ich erlebt, wie sich meine Umstände, mein Leben, meine Richtungen immer wieder komplett verändert haben und zwar auf eine gute Art und Weise. Das waren nicht immer leichte oder willkommene Prozesse, manches ist mir schwer gefallen oder hat auch weh getan. Ich durfte Altlasten ablegen, Vergangenes hinter mir lassen und neu anfangen. Manchmal war das nur im Kleinen und manchmal gab es sehr große Veränderungen, wie letztes Jahr der Umzug in eine fremde Stadt. Ich finde es schön, dass ich die Flexibilität und die Neugier bewahrt habe, mich auf Neues einzulassen, ich bin Gott dankbar, dass er dieses Wort in mein jetziges Leben spricht, dass er mir zutraut, mich zu verändern und spontan zu reagieren, denn er ist es, der diese Wege führt. Ich möchte nicht bequem werden und misstrauisch allem Neuen gegenüberstehen und ich hoffe, dass ich mir das bis zu Ende bewahre. Sonst wäre mein Leben vermutlich nicht so erfüllend und schön, wie es gerade ist.

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Das Alte ist vergangen

Das Alte ist vergangen

Gedicht und Foto von Danny am 09. Januar 2026

Das Alte ist vergangen
Doch das Warten nicht vorbei
In der Vergangenheit verfangen
In Gedanken noch dabei

Das Gestern ist noch mächtig
Doch Gott, der Herr, ist treu
Er macht das Morgen stärker
Ja, er macht alles neu

Vergangen sind die Lasten
Vorbei die Einsamkeit
Vergeben alle Laster
Zu gutem Werk bereit

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Mehr als ein Sofa

Mehr als ein Sofa

Text und Illustration von Ute am 26. Dezember 2025

Wir haben unser Wohnzimmer renoviert, endlich. Es war eine gute Gelegenheit, unser altes Sofa gleich mit zu entsorgen. Einige Tage später betraten wir ein Möbelgeschäft mit einer konkreten Vorstellung von unserem neuen Sitzmöbel. Zunächst fanden wir nicht das Passende. Als wir gerade gehen wollten, entdeckten wir unser neues Sofa. Mein Mann und ich waren uns schnell einig – das soll es sein.
Der Verkäufer konnte uns dazu einen günstigen Preis machen mit dem Hinweis, dass es eine Lieferzeit von 10 Wochen haben wird. Was? 10 Wochen ohne Sofa im Wohnzimmer? Wir waren geschockt, aber auch verliebt in dieses Sofa. So ließen wir uns auf das Erlebnis ein – 10 Wochen sitzen in unseren Balkonstühlen. Es war eine anstrengende Zeit und Freunde wollten uns helfen und boten uns Ersatzmöbel an, aber das ganze Hin und her war uns zu viel Aufwand.
Heute sitze ich gemütlich auf dem Sofa und ziehe mein Resümee nach diesem 10-wöchigen Ausharren:
Ohne Sofa fehlt mir ein wichtiges Stück Lebensgefühl.
Ein Sofa ist eine Annehmlichkeit, die ich bisher als viel zu selbstverständlich angesehen habe.
Ich bin dankbar und es macht mich demütig erahnen zu dürfen, wie zerbrechlich unsere Lebensumstände eigentlich sind.

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