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Schwachheit
Text und Foto von Eunicia am 27. März 2026

Den letzten Sonntag ergab sich für mich die Möglichkeit, mein Zuhause – meine Familie und meine Heimatgemeinde wiederzusehen. Es erweckte in mir Gefühle von Freude, wohlbekannte Gesichter zu sehen, Vertrautheit, Freunde in die Arme zu nehmen, und Dankbarkeit, die Zeit mit ihnen zu verbringen. Ganz besonders horchte ich der Predigt auf, die das Thema „Kraft der Schwäche“ beinhaltete – was für ein Paradox, dachte ich mir?
Und so oft ich es schon in der Vergangenheit hörte, so oft vergaß ich auch wieder schnell diese Worte. In einer Welt, in der jeder auf seine Stärke beharrt, ist Schwachheit oft mit dem Gefühl von Scham behaftet. Und in diesem Moment, dort inmitten der Menschen, zwischen der Predigt und den eigenen aufkommenden Gedanken, wurde mir das des Öfteren beklagte Gefühl meiner Begrenztheit bewusst – und doch auch der eigentliche Segen, der in meiner Schwachheit ruht.
In dieser kurzen Zeit kam die in mir verstaubte und vergessene Wahrheit wieder zum Vorschein: die so bedeutsame Erkenntnis, dass Gottes Kraft und meine menschliche Schwäche – ja, meine Begrenztheit, die mir in letzter Zeit doch so deutlich vor Augen ist, kein Widerspruch sind. Es braucht meine menschliche Schwäche, damit Gottes Kraft und Herrlichkeit sichtbar werden. Die Schwachheit, die Herausforderungen – ja, sie haben das Potenzial zum Wachstum.
Und mir kam ein Vers vor Augen, der seit langem einmal wieder meine Aufmerksamkeit erregte:
„Auf den kahlen Hügeln lasse ich Bäche hervorbrechen, und in öden Tälern sollen Quellen entspringen. Ich verwandle die Wüste in fruchtbares Land mit Teichen und sprudelnden Quellen. Viele Bäume pflanze ich dort an: Zedern, Akazien und Myrten, Ölbäume und Wacholder, Platanen und Zypressen. Wer das sieht, wird erkennen, dass ich, der Herr, hier eingegriffen habe; jeder soll wissen: Der heilige Gott Israels hat dies alles gemacht.“ Jesaja 41,18–20


