Du Herr kannst
Text und Illustration von Dotti am 31. Juli 2026

Einatmen, ausatmen und über Mauern springen
Ich habe in den letzten 18 Monaten, seitdem ich die neue Arbeitsstelle angetreten habe, das Gefühl, nicht anzukommen, sondern mich immer weiterzuentwickeln. Kaum habe ich mich in einen Arbeitsbereich eingearbeitet, kommt wieder etwas dazu, bzw. wechsle ich meinen Standort. Von der Arbeit her ist das schaffbar, aber auch anstrengend. Mir fällt es nicht immer leicht, flexibel sein zu müssen. So auch jetzt gerade, wo ich für eine erkrankte Kollegin einspringen und neue Skills lernen muss. Für mich ist das dann wieder ein neues „Über Mauern springen“ und in etwas Fremdes reingehen, dabei habe ich mich doch gerade erst eingewöhnt.
Ein Arbeitskollege von mir hat neulich eine Andacht gehalten und meinte, dass ihm an schwierigen Tagen hilft, beim Einatmen folgendes in sich hineinzusprechen: „Ich kann nicht!“ und beim Ausatmen zu sagen „Aber du, Herr, kannst!“. Ich gewöhne mir das auch gerade an und merke, wie sehr mich dieses winzige Gebet trägt: „Herr, ich kann nicht (oder traue es mir nicht zu), aber du in mir, du kannst!“ und das macht meinen Alltag leichter.