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Autor: Jacky

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Wachsen

Text und Foto von Jacky am 10. Juni 2026

Manchmal sitze ich vor einem leeren Blatt und denke: Bin ich gut genug dafür?

Das Künstlersein bringt eine ganz eigene Art von Unsicherheit mit sich. Neue Techniken, die sich fremd anfühlen. Ideen, die im Kopf größer sind als auf dem Papier. Vergleiche, die sich einschleichen, obwohl man es besser weiß.

Und doch, ich glaube, dass Gott gerade in diesem Raum des Unfertigen arbeitet.

Meine Gaben gehören nicht mir. Sie sind kein Spiegel meines Könnens, sondern ein Zeichen seiner Treue. Ich darf sie entwickeln, einsetzen, verschenken, nicht um Perfektion zu beweisen, sondern weil er es ist, der wachsen lässt.

„…euch mit allem versorgt, was ihr braucht, um seinen Willen zu tun. Ich wünsche mir, dass er durch die Kraft von Jesus Christus all das in uns wachsen lässt, was ihm Freude macht. Ihm gehört die Ehre für immer und ewig! Amen.”
 — Hebräer 13,21 (NLB)

Wachstum darf holprig aussehen. Es darf Zeit brauchen. Hauptsache, es macht ihm Freude. 🌿

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Das Licht in meiner Hand

Text und Foto von Jacky am 01. Mai 2026

Im Dezember letzten Jahres eröffneten wir unser Atelier. Mitten in der Vorweihnachtszeit, mitten im Dunkel der kürzesten Tage. Jemand schenkte mir an diesem Abend eine Kerze.
Ich hab sie genommen und hielt innerlich kurz inne, weil ich sofort an diesen einen Satz aus der Bibel gedacht habe:
„Ihr seid das Licht der Welt. Man zündet auch nicht eine Leuchte an und setzt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; so leuchtet sie allen, die im Hause sind. Matthäus 5,14–15
Dann, letzte Woche, während der Eröffnung unserer Ausstellung Nachtansichten im Historischen Museum, hat mir wieder jemand etwas geschenkt. Diesmal ein kleines Häuschen mit einem Licht darin. Ich hab es in der Hand gehalten und ich erinnerte mich wieder an den Vers.
Zwei verschiedene Menschen. Zwei verschiedene Momente. Das gleiche Symbol.
Ich glaube, manchmal sagt Gott Dinge nicht mit Worten. Manchmal sagt er sie durch eine Kerze, die jemand mitbringt. Oder durch ein kleines Häuschen, das leuchtet.
Was mich an diesem Bild so berührt: Jesus sagt nicht, wir sollen ein Suchscheinwerfer sein. Er sagt, dass es auch eine Kerze sein darf. Etwas Kleines, das Wärme gibt. Das flackert, ja, manchmal – aber eben auch leuchtet. Und das nicht für sich selbst, sondern für alle im Haus.
„Das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht überwältigt. Johannes 1,5
Vielleicht ist das ja genug. Einfach dort zu leuchten, wo man ist.

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„When you wish upon a star”

„When you wish upon a star” ✨

Text und Foto von Jacky am 13. März 2026

Ich weiß manchmal nicht, ob das da oben Sternschnuppen sind oder Raketen.

Und ich glaube, genau das ist das Gefühl dieser Zeit. Diese Ungewissheit, die sich in die Brust setzt und fragt: Was passiert gerade? Was kommt noch? Was kann ich überhaupt tun?

Manchmal sitze ich da und scrolle und lese und fühle mich so klein. So hilflos. Als ob die Welt gerade in einer Sprache spricht, die ich nicht ganz verstehe — aber ahne, dass sie wichtig ist.

Letztens saß ich trostlos im Zug. Einer dieser Momente, wo man nicht weint, aber auch nicht wirklich atmet. Dann lag da ein kleiner christlicher Flyer auf dem Sitz. Ich weiß nicht warum, aber ich hab ihn aufgehoben.

Gott tut das immer wieder. Er flüstert, wenn ich zu laut bin, um zu hören. Er schickt kleine Dinge, die sagen: Ich bin noch hier.

„Der Herr aber ist treu. Er wird euch Kraft geben und euch vor dem Bösen bewahren.” — 2. Thessalonicher 3,3

Ich will ehrlich sein: Das ist manchmal schwer zu glauben. Wenn die Nachrichten schwer sind. Wenn die Bilder zu viel sind. Wenn man nicht weiß, wie man beten soll, weil man nicht mal weiß, wofür genau.

Aber vielleicht ist genau das auch Glaube. Nicht das sichere Wissen. Sondern das Festhalten, auch wenn man nicht sieht.

Ich wünsche mir, dass das da oben Sternschnuppen sind. 🌠Und ich versuche, zu vertrauen, dass Gott das weiß — auch wenn ich es nicht tue.

Wie geht es euch gerade? Habt ihr auch Momente, wo ihr einfach nicht wisst, wie ihr mit allem umgehen sollt? 🤍

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Prone to wander, Lord I feel it

Prone to wander, Lord I feel it

Text und Video von Jacky am 23. Januar 2026

„Prone to wander, Lord I feel it
Prone to leave the God I love
Here’s my heart, oh take and seal it
Seal it for Thy courts above

Here’s my heart Oh take and seal it
Seal it for Thy courts above“
– Come Thou Fount of Every Blessing

Heiligkeit beginnt für mich nicht dort, wo ich meine Neigung zum Weglaufen leugne, sondern dort, wo ich sie Gott hinhalte. Prone to wander – diese Zeile trifft mich, weil sie etwas beschreibt, das ich täglich kenne. Nicht als bewusste Abkehr, sondern als stilles Vergessen im Alltag. Termine, Gedanken, Arbeit – und plötzlich merke ich: Mein Herz ist wieder woanders gewesen.
Gestern wurde mir das auf eine unerwartete Weise bewusst. Ein Mann war bei mir im Atelier, den ich vorher nicht kannte. Er erzählte mir, dass er über Instagram auf mich aufmerksam geworden ist – und dass der Weg dorthin über meinen Pastor führte. Eine dieser kleinen Begegnungen, die man leicht übersehen könnte. Und doch hat sie mich innehalten lassen. Nicht, weil sie spektakulär war, sondern weil sie mich daran erinnert hat, wie leise und verlässlich Gott oft wirkt. Wie sehr er Fäden zieht, während ich gedanklich ganz woanders bin.
Auch wenn ich täglich wandere, mich verliere, Gott im Trubel des Alltags vergesse, zeigt er mir immer wieder: Ich bin nicht führungslos. Ich bin geleitet. Nicht, weil ich so aufmerksam wäre, sondern weil er treu ist. Dieses Lied erinnert mich genau daran. Here’s my heart – kein fest verankertes, kein immer waches Herz, sondern eines, das immer wieder zurückfindet. Und dafür bin ich dankbar.
Vielleicht liebe ich dieses Lied gerade deshalb so sehr, weil es nichts beschönigt. Prone to wander, Lord, I feel it – ja, ich fühle es. Immer wieder. Und doch bleibt es nicht bei dieser Erkenntnis stehen. Es endet nicht beim Weglaufen, sondern bei der Hingabe: Here’s my heart. Nicht mein Durchhaltevermögen, nicht meine geistliche Konsequenz, sondern mein Herz.
Wenn ich an die Begegnung im Atelier denke, wird mir genau das neu bewusst. Während ich innerlich oft abgelenkt bin, während mein Herz wandert, wirkt Gott weiter. Still, verbindend, leitend. Take and seal it – vielleicht ist das mein eigentliches Gebet. Nicht, dass ich weniger wandere, sondern dass Gott mein Herz bewahrt, selbst wenn ich es nicht schaffe.
Und so wird dieses Lied für mich zu einer Erinnerung: Ich bin unterwegs, ja. Aber ich bin nicht verloren. Ich bin gehalten. Und eines Tages wird das Wandern enden – for Thy courts above. Bis dahin darf ich immer wieder sagen: Hier ist mein Herz. Nimm es. Versiegle es. Und führe mich nach Hause.

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