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Autor: Ute

Wie ein ungeduldiger Bauer

Wie ein ungeduldiger Bauer

Geschrieben von Ute am 30. April 2021

Wie ein ungeduldiger Bauer,

der seine Aussaat gleich wieder ausbuddelt, weil es ihm an der Geduld fehlt abzuwarten, bis er die Ernte einfahren kann – als mir diese paradoxe Vorstellung in den Sinn kommt, spiegelt sich darin ehrlicherweise mein eigenes Verhalten wieder.

Vor Kurzem habe ich eine neue Arbeit gestartet. Mit dem Vertrauen von Gott, auf diesem Weg geleitet zu werden und in dem Bewusstsein das Richtige zu tun, möchte ich jeden Tag ein Stückchen voran gehen.

Dabei ist mir die Tatsache bewußt, dass der Erfolg meiner Arbeit letzlich nur von Gott kommt. Doch in der Praxis zu vertrauen bleibt eine Herausforderung, bei der ich mich selbst besser kennenlerne.

Ein Beispiel: Zu welchem konkreten Zeitpunkt beende ich das Arbeiten und wann beginnt mein Ruhen- dem Nichtstun aus Glauben? Damit meine ich nicht die Frage nach dem Feierabend, sondern die feinen und entscheidenden Übergänge, vom eigenen Streben weg und hin zum Innehalten und ruhig sein, um Gott das Handeln zu überlassen.
Solche Übergänge erkenne ich nicht immer und mühe mich dann ab. Und wenn ich Gott darum bitte, geschieht es, dass ich diese Übergänge leichter erkenne – da wo mein Tun aufhört und Gottes Handeln sichtbar wird, mühe ich mich auch nicht ab.
Die Herausforderung bleibt für mich jeden Tag neu dieses zu erkennen mit seiner Hilfe.

Darum ist es das Beste, geduldig zu sein und auf die Hilfe des Herrn zu warten. Denn der Herr ist gut zu dem, der ihm vertraut und ihn von ganzem Herzen sucht. (Klagelieder 3. 25, 26)

Spaziergang mit dir

Spaziergang mit dir

Geschrieben von Ute am 02. April 2021

 “Rohbau” Tuschezeichnung

 

Von anderen befreundeten Christen höre ich oft, dass ein »Gebetsspaziergang« für sie eine besondere Zeit mit Gott bedeutet.

Wenn ich spazieren gehe, gelingt es mir aber nicht so gut, mich beim Gehen aufs Beten zu konzentrieren. Entweder lasse ich mich dabei schnell ablenken, oder ich vergesse einfach, dass ich beten wollte.

An diesem Morgen will ich nur kurz rausgehen, um Sauerstoff zu tanken, und anschließend will ich mir noch Zeit fürs Gebet nehmen.
So gehe ich in den Park und atmete die Märzluft tief ein und aus.

Zwischen den noch kahlen Bäumen habe ich den Blick auf den Rohbau eines Hauses. Die Arbeiten sind bereits am Dach angekommen – wow, wie fleißig seit dem letzten Mal daran weitergebaut worden ist, beeindruckt mich. Und was habe ich in der Zwischenzeit gemacht?

Während ich um das Haus herum gehe, öffnet sich mein innerer Blick, und ich sehe die Vorfreude der Menschen, die bald schon in dieses Haus und in eine der Wohnungen einziehen können. Das fühlt sich nach Zukunft an. Über alle Fragen hinaus. Ich bleibe an diesem Punkt stehen und schließe die Augen. Das ist er, der Moment mit Gott. Transparent und deutlich, es gibt Hoffnung, Neues entsteht. Auch für mich.

Ich öffne die Augen und gehe weiter. Links steht eine Baumgruppe. Tok, tok, ein kleiner Specht sitzt oben und hämmert ins Holz. Um ihn herum in den Ästen zwitschern, hüpfen und fliegen einige Vögel. Die Arbeiten im Frühling sind im vollen Gange, und ich bin so umgeben davon, dass ich fast schwanke.
Und an diesem grauen Montagvormittag hätte ich dich fast übersehen.

Die Sorgenkrähe

Die Sorgenkrähe

Geschrieben von Ute am 05. März 2021

 Die Sorgenkrähe
Wenn mich diese Sorte Vogel umkreist, fordert er meine ganze Aufmerksamkeit.
Dann starre ich auf die bedrückenden Fragen und dreh mich, dreh mich um mich selbst.

Da höre ich im Herzen deine Worte: »Komm! Komm zu mir. Manche Dinge kannst du einfach nicht selbst tun, gib mir deine Sorgen. Ich sorge für dich.«

»Ja, ich gebe dir, womit ich mich abmühe.
Hilf mir, mich dir zu zuwenden und nicht mir selbst.
Ich danke dir. Du hast die Antworten, und ich vertraue dir.«

Matthäus 11:28
»Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet!
Ich werde euch Ruhe geben.«

Ein Ballen Erde

Ein Ballen Erde

Geschrieben von Ute am 05. Februar 2021




Ein Ballen Erde
An diesem Morgen grabe ich auf der Wiese hinter meinem
Atelier einen vertrockneten Pflanzenstängel mit
Wurzelballen aus.
Ich will die Pflanze zeichnen, aber nicht ihr sichtbarer
Stängel interessiert mich, sondern was in der Erde steckte
und nicht sichtbar ist.
Den Wurzelballen trage ich an meinen Platz. »Ein Haufen
Dreck«, denk ich bei mir, als er so auf meinem Tisch liegt.
Dann betrachte ich ihn näher.
Unzählige Wurzelhärchen durchziehen den Erdballen
und halten ihn zusammen. Flächen in Schichten fein
durchwoben dabei so kraftvoll und lebenserhaltend. Ich bin
beeindruckt– was mir als vertrocknete Pflanze erschien, lebt.
Mir wird bewusst; ich hab sie ausgegraben und sie kann nun
nicht mehr weiter wachsen, das tut mir etwas leid.

Zwei Wochen und etliche Zeichnungen (s.o.) später,
werfe ich den vertrockneten Ballen zurück auf das wilde
Wiesenstück. Als ich heute die folgenden Verse in der Bibel
lese, erschüttern mich die überraschend passenden Worte in
Hiob 8.18,19:
“Doch ist die Pflanze mitsamt den Wurzeln einmal
ausgerissen, weiß keiner mehr, wo sie gestanden hat. Wer
Gott vergisst, dem geht es ebenso. Von seinem Glück bleibt
nichts mehr übrig, und andere nehmen seinen Platz ein.”
Ich will niemals Gott vergessen.