Die Sorgenkrähe Wenn mich diese Sorte Vogel umkreist, fordert er meine ganze Aufmerksamkeit. Dann starre ich auf die bedrückenden Fragen und dreh mich, dreh mich um mich selbst.
Da höre ich im Herzen deine Worte: »Komm! Komm zu mir. Manche Dinge kannst du einfach nicht selbst tun, gib mir deine Sorgen. Ich sorge für dich.«
»Ja, ich gebe dir, womit ich mich abmühe. Hilf mir, mich dir zu zuwenden und nicht mir selbst. Ich danke dir. Du hast die Antworten, und ich vertraue dir.«
Matthäus 11:28 »Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben.«
Ein Ballen Erde An diesem Morgen grabe ich auf der Wiese hinter meinem Atelier einen vertrockneten Pflanzenstängel mit Wurzelballen aus. Ich will die Pflanze zeichnen, aber nicht ihr sichtbarer Stängel interessiert mich, sondern was in der Erde steckte und nicht sichtbar ist. Den Wurzelballen trage ich an meinen Platz. »Ein Haufen Dreck«, denk ich bei mir, als er so auf meinem Tisch liegt. Dann betrachte ich ihn näher. Unzählige Wurzelhärchen durchziehen den Erdballen und halten ihn zusammen. Flächen in Schichten fein durchwoben dabei so kraftvoll und lebenserhaltend. Ich bin beeindruckt– was mir als vertrocknete Pflanze erschien, lebt. Mir wird bewusst; ich hab sie ausgegraben und sie kann nun nicht mehr weiter wachsen, das tut mir etwas leid.
Zwei Wochen und etliche Zeichnungen (s.o.) später, werfe ich den vertrockneten Ballen zurück auf das wilde Wiesenstück. Als ich heute die folgenden Verse in der Bibel lese, erschüttern mich die überraschend passenden Worte in Hiob 8.18,19: “Doch ist die Pflanze mitsamt den Wurzeln einmal ausgerissen, weiß keiner mehr, wo sie gestanden hat. Wer Gott vergisst, dem geht es ebenso. Von seinem Glück bleibt nichts mehr übrig, und andere nehmen seinen Platz ein.” Ich will niemals Gott vergessen.