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Autor: Dotti

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Was mich ein Hibiskus zum Thema „Geduld“ lehrte

Text und Foto von Dotti am 18. September 2026

Seit über 8 Jahren lebt bei mir ein Hibiskus, den ich mir als Ableger von meiner Mutter geholt habe. Ihrer hängt jedes Jahr voller Blüten und so habe ich hoffnungsvoll das kleine Pflänzchen ins Wasser gestellt und später eingetopft. Der Hibiskus setzte seine winzigen Wurzeln an, wuchs, wurde größer und größer und wird jedes Jahr umgetopft. Als Grünpflanze funktioniert er also, einziges Problem: es gibt keine Blüten. In all den Jahren, in denen ich diese Pflanze schon versorge, hat sie erst zweimal eine Blüte getragen.

Trotzdem werfe ich sie nicht weg. Sie wird gehegt, gepflegt, gegossen, beschnitten, umgetopft und bei jedem Umzug mitgenommen (inzwischen hat sie sogar einen Namen).

Sie funktioniert also nicht so, wie ich es gern hätte, aber dennoch behalte ich sie, weil ich weiß, dass irgendwann der Tag kommt, wo meine Geduld belohnt werden wird. Wie auch diesen Sommer, wo sie mich mit einer großen Blüte überraschte. Ich habe mich so sehr über diese eine Blüte gefreut, dass ich allen davon erzählt habe!

Das erinnert mich an einen Vers aus der Bibel: „Der Herr ist barmherzig und mit Liebe erfüllt, voller Gnade und großer Geduld. (Psalm 103,8)“.

Gott geht mit mir so um, wie ich mit meinem Hibiskus. Ich bin nicht perfekt, ich erreiche vielleicht nicht immer das angestrebte Ziel, manches mal scheine ich bockig oder nicht zu gebrauchen zu sein. Aber Gott geht trotzdem mit mir meinen Weg zusammen in meinem Tempo und kümmert sich um mich. Und ich bin sicher, seine Freude ist groß, wenn ich dann doch das eine oder andere Ziel erreiche und nicht aufgebe.

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Du Herr kannst

Text und Illustration von Dotti am 31. Juli 2026

Einatmen, ausatmen und über Mauern springen
Ich habe in den letzten 18 Monaten, seitdem ich die neue Arbeitsstelle angetreten habe, das Gefühl, nicht anzukommen, sondern mich immer weiterzuentwickeln. Kaum habe ich mich in einen Arbeitsbereich eingearbeitet, kommt wieder etwas dazu, bzw. wechsle ich meinen Standort. Von der Arbeit her ist das schaffbar, aber auch anstrengend. Mir fällt es nicht immer leicht, flexibel sein zu müssen. So auch jetzt gerade, wo ich für eine erkrankte Kollegin einspringen und neue Skills lernen muss. Für mich ist das dann wieder ein neues „Über Mauern springen“ und in etwas Fremdes reingehen, dabei habe ich mich doch gerade erst eingewöhnt.
Ein Arbeitskollege von mir hat neulich eine Andacht gehalten und meinte, dass ihm an schwierigen Tagen hilft, beim Einatmen folgendes in sich hineinzusprechen: „Ich kann nicht!“ und beim Ausatmen zu sagen „Aber du, Herr, kannst!“. Ich gewöhne mir das auch gerade an und merke, wie sehr mich dieses winzige Gebet trägt: „Herr, ich kann nicht (oder traue es mir nicht zu), aber du in mir, du kannst!“ und das macht meinen Alltag leichter.

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Seid untereinander freundlich

Text und Foto von Dotti am 12. Juni 2026

Ich arbeite seit eineinhalb Jahren in einem großen christlichen Werk. Wir sind etwa 90 Mitarbeiter, die Voll- und Teilzeit, aber auch im Ehrenamt vor Ort oder von zuhause aus arbeiten. Ich bin am Empfang und habe daher immer wieder mit den Mitarbeitern zu tun, ob nun persönlich, per Mail oder Telefon. Neulich bekamen meine Kollegin und ich nach einer gelungenen Veranstaltung von der Leiterin eine Packung Duplo geschenkt „Du bist super!“ stand auf der Packung geschrieben und ich habe mich über diese kleine Geste total gefreut. Tatsächlich habe ich, seit ich hier arbeite, immer einen Vorrat Schokoriegel in meiner Schreibtischschublade, um mich zu bedanken oder jemanden zu ermutigen.

Wo viele Menschen verschiedenster Herkunft und Geschichte aufeinander treffen, wo man Hand in Hand zusammen arbeitet, feiert man die gemeinsamen Erfolge und freut sich, wenn etwas gut geworden ist. Aber es  „menschelt“ natürlich, wie überall, wo Menschen zusammen kommen. Es kommt zu Missverständnissen, man versteht einander falsch, reagiert empfindlich oder schätzt die Reaktion des Gegenübers falsch ein. Und ja, ich ärgere mich auch über andere.

Das Schöne dabei ist, dass wir nach einer Auseinandersetzung aufeinander zugehen und vergeben können. Konflikte werden nach Möglichkeit so schnell es geht geklärt und Frieden untereinander geschaffen. Wir halten uns da an Paulus, der im vierten Kapitel des Epheserbriefes an die Gemeinde in Epheser schreibt: „Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“ (Vers 17). Mich ermutigen diese Worte immer wieder und helfen mir dabei, nicht nachtragend zu sein. Ebenso ist es mir wichtig, andere zu loben und mich mit ihnen zu freuen, wenn sie Erfolg haben. Manchmal reicht etwas ganz Simples, um jemanden etwas Gutes zu tun.

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Freundesbuch

Text und Illustration von Dotti am 24. April 2026

Ich habe eine Freundin, die Linda heißt. Sie ist Köchin in dem Werk, in dem seit gut einem Jahr an der Rezeption arbeite. Neulich kam Linda bei mir vorbei und drückte mir ein „Freundebuch für Erwachsene“ in die Hand und bat mich, eine Doppelseite auszufüllen. Kennt ihr noch die Freundebücher aus der Schule? Ganz früher hatte ich auch Poesiealben. Dass es so etwas für „große Kinder“ auch gibt, wusste ich nicht. Ich liebe alles daran. Erstmal: ich teile mich gern mit. Ich freue mich, von meinem Alltag zu erzählen, die Dinge die mir wichtig sind, was mir gefällt und was mich berührt. Des Weiteren habe ich ein Faible für Dinge aus der Kindheit, ich bin für mein Alter auch noch relativ verspielt. Drittens fand ich es wunderschön, dass ich Linda so wichtig war, dass ich in dieses Buch reinschreiben durfte. Das bedeutete, ich bin ihr wichtig und sie zählt mich zu ihren Freunden. Ich hat mir großen Spaß gemacht, in dieses Buch zu schreiben.
Seit ich mich für ein Leben als Christin entschieden habe, weiß ich, dass ich Jesu Freundin bin. Ich bin ihm wichtig und ich darf ihm alles erzählen. Auch wenn er nicht direkt antworten kann wie meine Freundin Linda, verändert es dennoch etwas, wenn ich bete. Ich merke, dass das, was ich ihm erzähle, nicht ohne Folgen bleibt. Jesus sagte kurz vor seiner Kreuzigung zu seinen Jüngern, dass er keine Diener aus ihnen machen wollte, sondern Freunde (nachzulesen in Johannes 15). Er hat sich drei Jahre für sie Zeit genommen und sie durften ihn in dieser Zeit gründlich kennenlernen. Ich darf schon viel länger in Jesu „Freundebuch“ reinschreiben und das hilft mir jeden Tag.

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