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Autor: Dotti

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Freundesbuch

Text und Illustration von Dotti am 24. April 2026

Ich habe eine Freundin, die Linda heißt. Sie ist Köchin in dem Werk, in dem seit gut einem Jahr an der Rezeption arbeite. Neulich kam Linda bei mir vorbei und drückte mir ein „Freundebuch für Erwachsene“ in die Hand und bat mich, eine Doppelseite auszufüllen. Kennt ihr noch die Freundebücher aus der Schule? Ganz früher hatte ich auch Poesiealben. Dass es so etwas für „große Kinder“ auch gibt, wusste ich nicht. Ich liebe alles daran. Erstmal: ich teile mich gern mit. Ich freue mich, von meinem Alltag zu erzählen, die Dinge die mir wichtig sind, was mir gefällt und was mich berührt. Des Weiteren habe ich ein Faible für Dinge aus der Kindheit, ich bin für mein Alter auch noch relativ verspielt. Drittens fand ich es wunderschön, dass ich Linda so wichtig war, dass ich in dieses Buch reinschreiben durfte. Das bedeutete, ich bin ihr wichtig und sie zählt mich zu ihren Freunden. Ich hat mir großen Spaß gemacht, in dieses Buch zu schreiben.
Seit ich mich für ein Leben als Christin entschieden habe, weiß ich, dass ich Jesu Freundin bin. Ich bin ihm wichtig und ich darf ihm alles erzählen. Auch wenn er nicht direkt antworten kann wie meine Freundin Linda, verändert es dennoch etwas, wenn ich bete. Ich merke, dass das, was ich ihm erzähle, nicht ohne Folgen bleibt. Jesus sagte kurz vor seiner Kreuzigung zu seinen Jüngern, dass er keine Diener aus ihnen machen wollte, sondern Freunde (nachzulesen in Johannes 15). Er hat sich drei Jahre für sie Zeit genommen und sie durften ihn in dieser Zeit gründlich kennenlernen. Ich darf schon viel länger in Jesu „Freundebuch“ reinschreiben und das hilft mir jeden Tag.

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Frühling

Frühling

Text und Foto von Dotti am 06. März 2026

Seit ich nicht mehr in der Stadt lebe, nehme ich die Jahreszeitenwechsel viel bewusster wahr. Herbst und Winter fand ich unfreundlich und regnerisch, auch daran musste ich mich nach dem Umzug gewöhnen. Die ersten Schneeglöckchen und Märzenbecher wurden von mir deshalb auch besonders ausgiebig begrüßt. Das sind Blumen, die gepflanzt werden und nach dem Abblühen verschwinden, um dann wieder treu jeden Frühling aufzutauchen. Unser Gärtner, der für die Pflanzen unseres Werkes, in dem ich arbeite, verantwortlich ist, sitzt nicht sorgenvoll im Januar vor den Beeten und macht sich Gedanken, ob es Knospen geben wird oder nicht. Er weiß, dass sie kommen werden, je nach Witterung früher oder später.

Das erinnert mich an Zeiten in meinem Leben, wo ich Dinge, die ich erwartet habe, noch nicht sehen konnte. Es gab Krankheiten, bei denen ich nicht sicher war, wann und ob sie überhaupt weggehen würden. Ich hing manchmal, was meine Zukunft anbelangte, förmlich „in der Luft“. Ich fragte mich nicht selten, ob etwas gut für mich ausgehen oder ob ich finanziell auch im kommenden Monat über die Runden kommen würde. Und es kommt immer noch vor ,aber je älter ich werde, desto weniger werden diese Zeiten, weil mich die Erfahrung gelehrt hat, das vieles, was ich noch nicht sehen konnte, vorbereitet war. Ich konnte mich immer auf Gottes Beistand verlassen, der mich fragte „Vertraust du mir?“. Vertrauen kann man nur, wenn man den Ausgang nicht kennt. Daran übe ich mich und werde immer besser und besser.

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Zur Jahreslosung 2026

Zur Jahreslosung 2026

Text und Illustration von Dotti am 16. Januar 2026

„Siehe, ich mache alles neu“, verspricht die diesjährige Jahreslosung, letzte Woche hatten wir dazu schon ein sehr schönes Gedicht von Danny an dieser Stelle. An sich geht es in diesem Vers aus Offenbarung 21, dem letzten Buch der Bibel,um das Leben nach dem Tod. Die Schmerzen und Krankheiten, das Leid und die Tränen sind für immer vorbei, denn Gott schenkt etwas Neues, Unvergängliches, was für immer bleibt. Ich persönlich glaube an die Worte des Johannes und bin gespannt auf das Leben nach diesem, aber ich nehme dennoch die Verheißung mit in meinen Alltag. Gerade in den letzten 3 Jahren habe ich erlebt, wie sich meine Umstände, mein Leben, meine Richtungen immer wieder komplett verändert haben und zwar auf eine gute Art und Weise. Das waren nicht immer leichte oder willkommene Prozesse, manches ist mir schwer gefallen oder hat auch weh getan. Ich durfte Altlasten ablegen, Vergangenes hinter mir lassen und neu anfangen. Manchmal war das nur im Kleinen und manchmal gab es sehr große Veränderungen, wie letztes Jahr der Umzug in eine fremde Stadt. Ich finde es schön, dass ich die Flexibilität und die Neugier bewahrt habe, mich auf Neues einzulassen, ich bin Gott dankbar, dass er dieses Wort in mein jetziges Leben spricht, dass er mir zutraut, mich zu verändern und spontan zu reagieren, denn er ist es, der diese Wege führt. Ich möchte nicht bequem werden und misstrauisch allem Neuen gegenüberstehen und ich hoffe, dass ich mir das bis zu Ende bewahre. Sonst wäre mein Leben vermutlich nicht so erfüllend und schön, wie es gerade ist.

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Gar nichts erlebt

Gar nichts erlebt

Text und Illustration von Dotti am 28.November 2025

„Gar nichts erlebt, auch schön“, schrieb Wolfgang Amadeus Mozart am 13.06.1770 in sein Tagebuch. Ich habe mich gefragt, warum man unbedingt einen ereignislosen Tag für die Nachwelt festhalten muss. Vermutlich wusste Mozart nicht, dass seine Kunst dazu führen würde, dass man sich über 250 Jahre später noch seine Tagebücher interessiert, vielleicht war das für ihn auch besser so.
Mozart war für seinen Humor bekannt, dieser Eintrag war bestimmt ein kleiner Scherz. Aber wenn man sein kurzes Leben betrachtet und was er in 35 Jahren geschaffen hat, dann kann man davon ausgehen, dass seine Tage reichlich angefüllt waren: 21 Opern, 17 Messen, unzählige Konzerte, Serenaden, Sinfonien, dazu noch Reisen, Auftritte, Konzerte und Empfänge. Ich frage mich, wann dieser Mann überhaupt geschlafen hat?
Wenn man dieses Leben betrachtet, kann man vermuten, warum Mozart diesen kleinen Satz in sein Tagebuch geschrieben hat. Ein freier Tag war für ihn besonders und erwähnenswert.
Mir gefiel der Eintrag so sehr, dass ich ein Bild dazu gemalt habe. Mir hilft die kleine Anekdote in Mozarts Leben, denn sie erinnert mich, dass „nichts tun“ bzw. „unproduktiv sein“ nichts Schlimmes ist, sondern sein darf, gerade wenn man stark beschäftigt ist. Ich muss nicht immer leisten, ich darf auch mal Zeit vorbei streichen, die Beine, den Geist und die Seele baumeln lassen. Gerade jetzt, wo die eigentlich gar nicht so „besinnliche“ Adventszeit vor mir liegt, werden mir Pausen gut tun. Und so wird es bestimmt auch den einen oder anderen Abend geben, wo ich ich Bett liegen und „Gar nichts erlebt, auch schön!“ vor dem Einschlafen sagen werde.

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