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Gott dienen?

Gott dienen?

Text und Zeichnung von Jacky am 23. Mai 2025

Gestern habe ich meinen Zug verpasst – Mist. Es gab einen Gleiswechsel, und obwohl ich noch rechtzeitig den Türöffner gedrückt habe, fuhr der Zug direkt vor meiner Nase ab. Wäre er auf dem ursprünglichen Gleis geblieben, hätte ich es wahrscheinlich noch geschafft. (Typisch Deutsche Bahn eigentlich…)
Ich war genervt – klar. Aber gut, dachte ich, blöd gelaufen. Dann warte ich eben eine Stunde auf den nächsten Zug. “Gott, warum denn das jetzt?” fragte ich mich. Kurz darauf tauchte ein junger Mann auf – ein wenig verzweifelt fragte er, ob der Zug schon weg sei. – Ja, leider.
Nach ein wenig Recherche stellte sich heraus, dass an diesem Abend kein anderer Zug oder Bus mehr fuhr. Also rief ich meinen Mann an, der uns schließlich beide abholte – wir mussten zum Glück in die gleiche Richtung. Am Ende habe ich zwar den Zug zwar verpasst, aber wir durften einem freundlichen jungen Mann helfen, sicher nach Hause zu kommen. Dazu haben wir uns auch noch nett unterhalten und das ganze stellte sich als gegenseitige Bereicherung raus.
Früher dachte ich, Gott zu dienen hieße, etwas direkt für Gott zu tun. Aber je mehr ich im Alltag diene, desto mehr wird mir klar: Wir dienen Gott, indem wir anderen Menschen dienen. Gott selbst braucht unsere Hilfe ja eigentlich nicht – aber andere Menschen schon.
„Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“ Matthäus 20,28

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Warten auf?!

Warten auf?!

Text und Illustration von Dotti am 16. Mai 2025

Im November habe ich angefangen, meine Habseligkeiten zu packen und bin 2 Monate später in eine 200 km weit entfernten Stadt gezogen. Seit diesem Zeitpunkt habe ich nicht mehr gemalt, 6 Monate – das ist die längste Pause, die ich mir je vom Malen genommen habe. Momentan stehen die Kisten mit den Malsachen in einer Ecke meiner provisorischen Zwischenstation, im Juli ziehe ich dann endgültig um. Ob ich bis dahin noch mal malen werde, weiß ich nicht, es passieren einfach zu viel neue Dinge, die meine Aufmerksamkeit erfordern, jeden Tag lerne ich mehr dazu, das erschöpft mich und so kann ich nicht kreativ sein.
Warum erzähle ich das?
Ich glaube, dass es für alles eine Zeit gibt, wie der weise König Salomo im Buch Prediger Kapitel 3 geschrieben hat. Natürlich vermisse ich das Malen, ich hätte gerne wieder Zeit und Kraft dafür, aber ich weiß, wenn diese Phase vorbei ist, wird alles wieder da sein. Gott ist immer noch der Schöpfer aller Dinge und er hat noch mehr als genug Kreativität für mich, zu seiner Zeit, nicht zu meiner. Vielleicht hast du auch ab und an das Gefühl, auf der Stelle zu treten, nicht weiter zu kommen und ich weiß, dass das frustrierend sein kann, aber lass dich dadurch nicht verunsichern. Der Moment wird kommen und du wirst ihn nicht verpassen. Davon bin ich überzeugt und das ermutigt mich, abzuwarten und mich auf das Neue zu freuen.

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So fern und so nah

So fern und so nah

Gedicht und Foto von Danny am 09. Mai 2025

Es hallt zu mir, aus fernem Land
Doch ändert das Echo sich nicht
Sehe nur Schatten an der Wand
Doch heißt das, es gibt auch Licht

Verliere mein Gefühl für Raum und für Zeit
Und doch schlägt die Uhr immer gleich
Verliere den Weg und dreh mich im Kreis
Doch ein Kompass, der zeigt immer gleich

Ich treib im Meer und suche Halt
Dabei trägt das Wasser mich doch
Langsam wird es sicherlich kalt
Doch ist mir warm immer noch

Zu eng ist der Raum, zu kurz ist die Zeit
Und doch bleibt das Maß immer gleich
Ich hab‘ kein Gespür mehr für meinen Weg
Und doch bleibt der Pfad immer gleich

Der Herr, mein Hirte ist mir nah
Ich habe stets mehr als genug
Im dunklen Tal ist er für mich da
Weil er alle Last für mich trug

Vergesse den Raum, vergesse die Zeit
Sein Wort bleibt immer gleich
Er selbst ist der Weg, der zum Leben führt
Er war, er ist und er bleibt.

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Psalm 23,1

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Im Verborgenen

Im Verborgenen

Text und Papiercollage von Ute am 25. April 2025

Die Jobbeschreibung passte optimal mit meinen Vorstellungen überein. Die Einladung zum Hospitieren stimmte mich zuversichtlich. Der Probearbeitstag startete. Bereits nach kurzer Zeit war ich irritiert. Hatte ich die Stellenausschreibung falsch verstanden oder war diese missverständlich formuliert worden? Die Realität passte jedenfalls nicht mit meiner Erwartung zusammen.
In den folgenden Stunden gab ich mir große Mühe, den gestellten Anforderungen gerecht zu werden. Doch Stunde um Stunde wurde es mir klarer – für diese Aufgabe bin ich nicht die Richtige.
Ich betete die ganze Zeit im Stillen und bat Jesus mir zu helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Am Abend verabschiedete ich mich von der Leiterin und hatte großen Frieden im Herzen, als ich ihr mitteilte, dass ich meine Bewerbung zurückziehe.
Unser Herr, von dem aller Friede kommt, schenke euch zu jeder Zeit seinen Frieden, was auch immer geschieht. Er sei mit euch allen! 2. Thessalonicher 3,16

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